Pedro erzählt... Teil 3

Was brauchst du – wirklich?

Hallo ihr lieben Zweibeiner,

ich bin’s wieder mal – euer Pedro. Experte für Schütteln, Chillen und die Kunst, genau dann eine Pause zu machen, wenn man sie braucht.

Und genau darüber möchte ich heute mit euch reden.

Denn mir ist da etwas aufgefallen: Ihr Zweibeiner macht viel zu selten Pause.

Okay, ihr macht Urlaub, den ihr verwendet, um eure übers Jahr „verbratene“ Energie wieder aufzutanken. Das zählt vermutlich als Pause. Aber mal ehrlich: Was ist daran bitte entspannend?

Ewig im Auto sitzen, überfüllte Strände, laute Städte, so viele Menschen, dass ich mein eigenes Jaulen nicht mehr verstehe und keine Luft bekomme vor lauter Beinen – und dann auch noch der Stress, möglichst viel zu „erleben“.

Also ehrlich. Nein, danke.

Mein Frauli und mein Herrli planen zum Glück hundefreundliche Urlaube. Da darf ich wenigstens mitreden. Und trotzdem frage ich mich manchmal:

Warum wartet ihr eigentlich immer, bis ihr Urlaub habt, um euch zu erholen?

Warum macht ihr nicht einfach zwischendurch eine Pause?

Ich habe das neulich ausprobiert. Na gut – ich habe nicht ausprobiert.
Ich habe einfach gemacht, was ich gebraucht habe.

Und das kam so …

Vor ein paar Tagen durfte ich mein Frauli zu einem Abendevent in einer Modeboutique begleiten. Wisst ihr, sie hat dort gemodelt. Das macht sie übrigens wirklich gut. Sie fällt nicht einmal auf die Schnauze, obwohl sie dabei diese hohen Schuhe trägt, in denen sie sonst nie herumläuft. Zuhause ist sie nämlich eindeutig Team Barfuß.

OK… Ich höre schon auf. Zurück zum Thema

Für mich war es an diesem Tag schon ziemlich viel: viele Menschen, laute Geräusche, jede Menge Essensgerüche – und natürlich musste ich auch ein Auge auf mein Frauli und mein Herrli haben. Man weiß ja nie, was Zweibeiner so anstellen. Und dann hat auch noch ein Sektkorken geknallt.

Da war für mich Schluss.

Ich habe beschlossen: Ich brauche eine Pause.

Ich hab‘ mich auf den Weg gemacht und mir ein ruhiges Plätzchen gesucht. Die Umkleidekabine im Inneren der Modeboutique kam mir dafür ideal vor. Also habe ich mich dort in einer Ecke eingerollt und mir eine Pause gegönnt.

Ganz ohne Drama.

Ganz ohne Ansage.

Einfach, weil ich wusste, was ich gerade brauche.

Lustig war nur: Mein Frauli und auch die anderen Zweibeiner waren völlig aus dem Häuschen. „Wie intelligent er ist!“, haben sie gesagt. „Er merkt, wenn es ihm zu viel wird, und zieht sich einfach zurück.“

Ähm … ja. Was soll ich dazu sagen?

Ich bin ein Hund. Wenn mir etwas zu viel wird, gehe ich.

Ihr Zweibeiner hingegen bleibt.

Ihr bleibt noch ein bisschen sitzen mitten im Lärm und tut so, als wäre alles völlig normal. Ihr macht noch schnell dies. Und das auch noch. Ihr sagt: „Passt schon.“ Obwohl es längst nicht mehr passt. Und irgendwann seid ihr müde, grantig oder überhaupt nicht mehr ansprechbar.

Warum eigentlich?

Dabei ist es so einfach. Ich habe an diesem Abend jedenfalls genau das gemacht, was ich gebraucht habe: Ich habe mich zurückgezogen, mich ein bisschen eingerollt und gechillt. Keine große Sache. Ich glaube, es waren nicht einmal 15 Minuten. Danach war ich wieder bereit für den restlichen Abend. Und vor allem für den Spaziergang nach Hause. Den hätte ich ohne meine kleine Pause vermutlich nicht mehr genießen können. Da wäre jeder Schritt mühsam gewesen und ich hätte mich nur noch irgendwie nach Hause geschleppt.

Und wozu? Ich wollte doch Spaß haben.

Das ist vielleicht etwas, das ihr Zweibeiner von uns Hunden lernen könnt:

Eine Pause muss nicht groß sein. Sie muss nicht drei Wochen dauern. Sie muss nicht an einem schönen Ort stattfinden. Sie braucht kein schickes Hotel, keine Wellnessoase, keinen Beach Club und auch kein besonderes Equipment.

Manchmal braucht es nur einen ruhigen Platz.

Ein paar Minuten.

Und den Mut zu sagen:

Jetzt gerade brauche ich eine Pause.

Nicht erst morgen.
Nicht erst im Urlaub.
Nicht erst, wenn gar nichts mehr geht.

Sondern genau dann, wenn ihr merkt: Es wird mir gerade zu viel.

Ich finde, das klingt eigentlich ziemlich einfach. Und trotzdem scheint es für euch Zweibeiner ganz schön schwierig zu sein.

Also frage ich euch noch einmal:

Was brauchst du – wirklich?

Und kannst du es dir auch dann geben, wenn du noch nicht völlig erschöpft bist?

Ich für meinen Teil mache jetzt erst einmal eine Pause.

Man muss ja nicht alles auf einmal lösen.

Euer Pedro 🐾


Veröffentlichung 04.09.2026

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